Unter Mannheim! Besichtigung: ATOMBUNKER mit MANNHEIMTOURS #Ausflugstipp #MannheimTours #kalterKrieg

Endlich war es soweit! MannheimTours bot die Atombunker-Tour in Mannheim an. Von den beliebten Bunker-Besichtigungen in meiner geliebten Quadratestadt hatte ich schon viel gelesen und als bekannt wurde, dass dieses Jahr eine Besichtigung des Atombunkers in N1, unter dem Stadthaus angeboten werden sollte, war ich gleich Feuer und Flamme.

Wir alle leben vergleichsweise unbedarft und Bunker- und Kriegsgeschichten kenne ich persönlich nur noch aus den Erzählungen meiner Grosseltern. Kaum vorstellbar, dass der Atombunker in Mannheim noch bis zum Jahr 2007 in Betrieb war und hier regelmässig alles gewartet wurde und auch die Lebensmittel und Medikamente wurden immer wieder ausgetauscht.

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Der Atombunker in Mannheim bietet Platz in der Planung für 1.600 Personen und war für 10 Tage Schutz, bei einem Atomangriff gedacht. Tatsächlich ist die Vorstellung bedrückend, dass durch die Schleuse zum Bunker immer nur eine Person hindurch gehen sollte und nach 1.600 wäre einfach Schluss gewesen.

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Um 11.00Uhr trafen wir uns mit 27 weiteren Interessierten auf der Empore des Stadthauses in N1 zur, ersten überhaupt, öffentlich durchgeführten Atombunker-Tour. Durchgeführt wurde diese Tour von MannheimTours, welche wie oben bereits erwähnt, schon viele Bunker-Touren in Mannheim angeboten hat und immer wieder anbietet. Auch andere Touren finden regelmässig statt und locken geschichtlich interessierte Mannheim-Liebhaber an.

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Nach einer kurzen Einführung durch den Tourleiter zum Thema Atombunker, der Bedeutung Mannheims als potentielles Atom-Angriffsziel No1 und dem kalten Krieg an sich, ging es für uns quer durchs Stadthaus, hinab in die darunter liegende Tiefgarage. Genau dort befindet sich nämlich der Zugang zum Atombunker. Kurios, dass direkt daneben überall heute Autos parken und Menschen zum Shoppen in die Stadt pilgern.

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Betritt man den Atombunker über die schwere rote Stahltür macht man tatsächlich eine beeindruckende Zeitreise. Lediglich verschiedene Lagergegenstände seitlich im Bunker selbst, welche dort abgestellt wurden, erinnern daran, dass wir uns nicht mehr in Zeiten des kalten Krieges befinden.

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Von der Decke hängen überall, an Ketten befestigte Betten-Gestelle herab. Gemütlich ist definitiv anders, die Liegefläche ist sehr begrenzt und die dünnen Schaumstoff-Auflagen verraten schnell, dass es schwer sein sollte, darauf wirklich Schlaf zu finden. Überhaupt kann ich mir heute nur schwer vorstellen, wie der Plan in der Realität umsetzbar gewesen wäre.

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So wurde uns erklärt, dass angedacht war, alles in Schichten zu machen. Sprich 1/3 der Insassen konnte schlafen, während 1/3 sitzen konnte und das andere Drittel stehen musste.

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Auch war kein ärztliches Personal für den Ernstfall vorgesehen, man ging einfach davon aus, dass sich unter 1.600 Menschen schon mindestens ein Arzt befinden würde. Überhaupt war die Planung zur Versorgung recht unbedarft, zwar war alles vorhanden, um 10 Tage über die Runden zu kommen, ein wenig hat man aber doch den Eindruck, dass die Menschen im Ernstfall sich selbst überlassen worden wären.

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Schwer vorzustellen ist auch, wie in der kleinen Bunkerküche täglich 1.600 Menschen versorgt werden sollten.

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Zum Glück musste die Theorie bisher nie in der Praxis bestehen.

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Ansonsten ist alles soweit vorhanden.

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Es gibt Toiletten, für Männer und Frauen, welche mit einem Vorhang je Kabine zugezogen werden können.

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Vereinzelte Duschen sind vorhanden und einige Waschbecken für die tägliche Hygiene.

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Sogar kleine NIVEA-Seifen in vergilbter Umverpackung liegen hier unten noch bereit. Amüsant ist auch das extra für den Bunker gedruckte Toiletten-Papier mit STADT MANNHEIM Aufdruck.

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Die gesamte Anlage ist für die damaligen Verhältnisse echt gut vernetzt 😉 Es gibt Kameras, Monitore, Bunkertelefone und Lautsprecher.

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Im Büro des Bunkerwartes befindet sich auch ein altes Radio, samt Plattenspieler. Alte Platten, knirschend über die Lautsprecher des Bunkers zu hören fand ich persönlich sehr beeindruckend.

Interessant ist auf jeden Fall zu sehen, wie so ein Atombunker aufgebaut und ausgestattet ist. Ein 10.000 Liter Wassertank gehört dabei genauso dazu, wie ein riesen Notstromaggregat und fluoreszierende Leuchtstreifen komplett um den Raum an der Wand entlang.

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Wirklich vorstellen mag ich mir den Ernstfall nicht, sicherlich wäre innerhalb kürzester Zeit die Luft im Bunker zu Schneiden. Wir standen mit 15 Personen in einem der Räume und nach 5 Minuten wurde es bereits stickig. Immerhin sollten 1600 Menschen bis zu 10 Tage lang hier unten leben, kochen, schlafen und die Toiletten benutzen. Allein bei Letzterem stellen sich mir die Nackenhaare. Wir kennen das alle, irgendein Schwein ist immer anwesend und schon auf öffentlichen Toiletten heutzutage sieht es mitunter aus wie unter aller Sau.

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Ich könnte euch noch halbe Romane zur Atombunker Tour schreiben, lasse aber lieber die Fotos für sich sprechen und hoffe sehr, dass MannheimTours diese und weitere Touren in Zukunft noch viel Öfter anbieten wird. Wir sind immer wieder gerne dabei.

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MannheimTours findet ihr auf deren Webseite HIER!!! sowie auf Facebook.

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Die AtombunkerTour konnte über ein Anmelde-Formular gebucht werden und wurde kurz darauf per Mail bestätigt. Natürlich waren alle 3 Touren dieses Tages ruck zuck ausgebucht. In der Bestätigungsmail hätte ich mir eine kurze Info über die ausgewählte Uhrzeit gewünscht. Tatsächlich war ich nämlich so lange am Überlegen, welche Uhrzeit für uns am idealsten wäre, dass ich nach der Buchung nicht mehr sicher war, für welche ich mich nun schlussendlich entschieden hatte. Ein kurzer Anruf bei MannheimTours schaffte dann aber Klarheit.

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Die AtombunkerTour kostete jeden Teilnehmer 5,-Euro und war für Jugendliche ab 14Jahren möglich. Gezahlt wird bar vor Ort. Hier würde ich mal über die Einführung einer Online-Zahlungsmethode, wie Paypal oder SofortÜberweisung, nachdenken. Auch bei unserer Tour sagten mindestens 2 Teilnehmer kurzfristig ab, dafür rutschte ein glücklicher, spontan Interessierter noch in die Tour.

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Wir danken MannheimTours ganz herzlich für die unglaublich spannende und kurzweilige Tour in den Atombunker und die vielen Hintergrundinformationen rund um Mannheim und den kalten Krieg.

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